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KENIA                                                                                          

Berufsbildende Friseurschule

Da Bildung Geld kostet und auch keine Infrastruktur vorhanden ist, haben junge Frauen meist keinen Beruf. Sie sind darauf angewiesen zu heiraten oder bei ihren Eltern zu leben. Nicht selten wird mit Diebstahl oder Prostitution der Lebensunterhalt verdient.

Die staatlich anerkannte Ausbildung zur Friseurin und zur Schneiderin ist eine große Chance für viele Frauen in Kenia. Wir haben zwei Einrichtungen geschaffen, in welchen der Beruf der Friseurin bzw. Schneiderin erlernt werden kann. Insgesamt finanzieren wir drei Lehrer.

Derzeit befindern sich 10 junge Frauen in unserer Berufsschule zur Friseurin, wo eine ausgebildete Friseurin mit Lehrerlaubnis den Unterricht erteilt. Der dazu erbaute Raum hat in etwa die Fläche von zwei Garagen.
Am Ende der 2 - 3-jährigen Ausbildung halten die Schülerinnen nach bestandener Prüfung ein offizielles Zertifikat über ihren Beruf in Händen und haben die Chance auf eine Arbeitsstelle oder können sich selbstständig machen.

Eine Friseurin zu sein bedeutet in Kenia etwas völlig anderes als in Deutschland. Haare schneiden muss in Kenia niemand erlernen, da die Kenianer keine langen Haare haben. Es geht im Grunde darum, mit viel Kunstfertigkeit und Kunsthaaren dem Zeitgeist entsprechend künstlerisch anmutende Gebilde auf die Köpfe zu kreieren. Dazu braucht es Anleitung. Was wir vielleicht als "Zöpfchenflechten" abtun, ist tatsächlich ein richtiges Handwerk. Trotz Armut wird großer Wert auf das Aussehen, vor allem auf die spezielle Haarpracht der Kenianerinnern gelegt. Den Kindern wird, oft aus hygienischen Gründen, das Haar komplett abrasiert.

In 3 Jahren kann eine Schülerin dieses Handwerk erlernen, um dann mit ihrem Zertifikat eine Arbeitsstelle in Bungoma zu bekommen oder sich selbständig zu machen. Anders als in Deutschland wird nach jedem Ausbildungsjahr eine Prüfung abgelegt, an deren Ende die Schülerinnen ein Zertifikat erhalten. Mit diesem jährlichen Zertifikat kann man bereits Hilfstätigkeiten ausführen.

Der erste Jahrgang Schülerinnen konnte bereits erfolgreich - mit Prüfungsergebnissen im ersten Drittel - die Prüfungen ablegen und ins Berufsleben entlassen werden.

Fakten

Die Lehrkraft erhält derzeit monatlich 100 Euro Gehalt.
Die Schülerinnen müssen ihren Arbeitsplatz und dessen Umgebung selbst sauber halten. In der Mittagspause haben sie sich gewünscht, in der eigenen Kirche einen Gottesdienst zu erhalten.
Die jährliche Prüfungsgebühr pro Schülerin beträgt 100 Euro.
Prüfungsmaterial (Schere, Handtuch usw.) muss von den Schülerinnen mitgebracht werden.

Das Projekt wird im Moment monatlich mit 250 Euro unterstützt, die Kapazitäten müssten jedoch ausgebaut werden, da der Bedarf viel höher ist.