16.06.2010
Familienpatenschaften 2009 / 2010 - Jahresbericht von Schwester Miriam








"Die Lebensumstände unserer Patenfamilien sind hart, entbehrungsreich und strapaziös. Kein Baum, kein Strauch im Umkreis von Kilometern, also auch kein Heizmaterial im eisigen Winter. Mückenplagen im Sommer, hohe Krankheitsraten. Dennoch: die Unterstützung der Familienpaten aus Deutschland macht Mut und ist Motivation für unsere Menschen, ist Medizin gegen Lethargie und Hoffnungslosigkeit." Schwester Miriam

Familie IBRA

Diese Familie wird durch die Kriegskindernothilfe seit 2 Jahren unterstützt. Im vergangenen Jahr hat die Familie 1.040,00 Euro bekommen. Es gibt drei Kinder. Die Zwillingsmädchen Suada und Sueda sind jetzt drei Jahre alt Sie leiden unter der Glasknochenkrankheit. Der vier Jahre ältere Bruder ist gesund. Der Vater ist arbeitslos. Dreimal hat er vergeblich versucht, in Griechenland Arbeit zu bekommen. Herr Ibra ist äußerst fürsorglich um seine Familie bemüht. Von Ihren Zuwendungen werden Medikamente für die kranken Mädchen, Lebensmittel, Windeln und für den Bruder, der schon in die Volksschule geht, Schulbücher und Schulsachen gekauft. Der Kleine muss auch jetzt nicht mehr zusehen, wie andere ihr Pausenbrot essen. Ihre Fürsorge ermöglicht auch das. Immer, wenn ich die Familie besuche, soll ich den Menschen in Deutschland von dem Jungen danken und ihnen sagen, dass er der beste Schüler in der Klasse ist!

 

 

Familie TONINI

Diese neue Familie und hat den Platz von Familie Gjoka eingenommen. Der Sozialstatus der Familie Gjoka hat sich verbessert, weshalb sie jetzt wieder für sich alleine sorgen kann. So kann eine andere Familie unterstützt werden, welche viel mehr Not leidet. Familienmitglieder:

Ndoj 45 Jahre - arbeitslos

Dile 33 Jahre - leicht psychisch behindert

Kinder:

Gezim 14 Jahre - 8. Klasse Volksschule

Rosa 10 Jahre - 5. klasse Volksschule

Kristan 8 Jahre - 3. Klasse Volksschule

Roberti 5 Jahre - 2. Klasse Volksschule

Diana 3 Jahre

Olti 2 Jahre

Edison 6 Monate

Familie Tonini lebt in großer Armut. Ich habe diese Familie schon im Halbjahr 2009 angenommen. Sie haben im Jahr 2009 720,00 Euro bekommen. Von Ihrer Unterstützung wurden von uns Schwestern Schulsachen gekauft. Die Kinder haben auch den Schulbus in die 5 km entfernte Schule und ein Pausenbrot davon bezahlt. Gezim ist der beste Schüler seiner Klasse. Er besucht noch ein Jahr die Volksschule und wird danach auf das Gymnasium wechseln. Er möchte Arzt werden. Er ist ganz besonders dankbar für die Unterstützung durch die deutschen Familienpaten. Er kommt jeden Monat mit seiner Mutter zu uns, um das Geld für den Ankauf des Mehles zu holen, welches die Familie für einen Monat braucht. Die Mutter backt dann das Brot zuhause. So können sie sparsamer haushalten, statt Brot zu kaufen. Unsere Schwestern haben der Familie schon seit 4 Jahren monatlich 40 Euro für die Beschaffung von Mehl gegeben. Um die Schulsachen kümmert sich jetzt schon das zweite Jahr die Kriegskindernothilfe. Immer wenn Gazim mit seiner Mutter zu mir kommt, dankt er sehr lieb den guten Menschen in Deutschland und auch uns Schwestern. Ich denke, dass Euer finanzieller Beitrag für Mitmenschen in Not eine bleibende positive Erfahrung für sein ganzes Leben ist. Nicht nur er, alle, die mit dieser Güte in Berührung kommen, werden Augen und Hände auch für andere offen halten, wann immer es ihnen selber möglich ist.

 

 

Familie LALLA

ist eine neue Patenfamilie. Wir haben sie anstelle der Familie Hajdar angenommen, deren Sozialstatus sich verbessert hat. Familienmitglieder: Flora (Witwe) 40 Jahre – Ihr Mann ist vor 4 Jahren an Lungenkrebs gestorben. Sie sammelt auf der nahegelegenen Mülldeponie Plastik, um ihre Kinder zu versorgen.

Kinder:

Marta 16 Jahre – Berufsschule

Nora 14 Jahre – Gymnasium

Drita 12 Jahre – Volksschule

Preng (Knabe) 4 Jahre

Vera 7 Jahre

Ich habe diese Familie schon 2009 in die Liste der Patenfamilien eingeschrieben. So konnten sie im letzten Jahr aus Euren Spenden 300,00 Euro erhalten. Davon haben die Mädchen Schulsachen gekauft. Sie sind alle drei sehr gute Schülerinnen und danken den deutschen Wohltätern der Kriegskindernothilfe sehr. Auch für diese Familie wurde von unseren Schwestern jeden Monat Mehl gekauft, welches die Mutter Flora zu Brot verbackt.

 

 

Familie MERDHOCI

wurde 2009 anstelle der Familie Sokoli als Patenfamilie aufgenommen. Der Vater und der älteste Sohn haben Arbeit gefunden. Sie verdienen sich auch etwas mit dem Verkauf von selbst hergestellten Tschiftelien (albanisches Saiteninstrument). Unsere neue Familie ist aus einem entfernten Teil Albaniens nach Durres gekommen. Sie leben in Angst vor Blutrache. Der Bruder des Vaters hat jemanden getötet und sitzt im Gefängnis. Die Familie lebt in großer Angst, weil die Familie des Getöteten den Vater oder einen seiner Söhne umbringen kann. Deshalb kann Vater Gjon keine Arbeit suchen oder das Haus und die Stadt verlassen. Die Familie hat kein Einkommen. Beide Eltern sind auch nicht gesund.

Familienmitglieder:

Gjon 45 Jahre – arbeitslos, kränklich

Pranvera 37 Jahre – arbeitslos, krank

Kinder:

Klementina 7 Jahre – erste Klasse Volksschule

Kleti (Knabe) 4 Jahre

Vladja (Knabe) 2 Jahre

Für diese Familie bezahlen unsere Schwestern schon das dritte Jahr die Monatsmiete in Höhe von 40,00 Euro monatlich. Familie Merdhoci hat im Jahr 2009 940,00 Euro von den Familienpaten der Kriegskindernothilfe bekommen. Die Geldspende wurde für den Ankauf von Nahrungsmitteln, Medikamenten für Vater und Mutter, für den Kauf von Schulsachen und Kleidern für die älteste Tochter Klementina verwendet. Die Kleine besucht jetzt die erste Klasse der Volksschule. Dieses Kind ist sehr lieb, hat aber eine tiefe Depression weil sie die schwere Realität des Lebens schon so früh erleben musste. Sie hat nie gelächelt. Zum ersten Mal habe ich ein Lächeln erahnt, als ich mit einer Mitschwester zum Beginn des Schuljahres von der Geldspende der Kriegskindernothilfe alles gekauft habe, was sie für die Schule braucht. Das zweite Lächeln habe ich erahnt, als sie mir als beste Schülerin der Klasse ihr Zeugnis zeigte. Das wahre Lächeln habe ich erst gesehen, als Klementina auf den Wunsch von der Gründerin der Kriegskindernothilfe Angelika Steuer eine Barbika (Puppe) und ihre beiden Brüderchen Spielzeugautos bekommen haben. Es ist schade, dass Sie alle nicht dieses beglückende Lächeln und die vor Freude funkenden Augen Klementinas sehen und erleben konnten!

 

 

Familie NIKOLLI

Diese Familie wurde im Jahr 2009 anstelle von Familie Polo aufgenommen, welche von Durres in den Süden Tiranas übergesiedelt ist. Familie Nikolli ist von Armut und Krankheit gezeichnet.

Familienmitglieder:

Ded 57 Jahre – arbeitslos, krank

Dilore 50 Jahre – arbeitslos, krank

Kinder:

Prend (Sohn) 24 Jahre – arbeitslos, psychisch krank

Aferdita 20 Jahre – arbeitslos

Anton 18 Jahre – 3. Klasse Gymnasium

Marinela 11 Jahre – 6. Klasse Volksschule

Diese Familie hat im Jahr 2009 1.080,00 Euro von der Kriegskindernothilfe bekommen. Von dem Geld wurden Schulsachen für Anton und Marinela gekauft. Beide sind gute Schüler. Zusätzlich konnten wir noch Medikamente für den Vater sowie Brot und Lebensmittel beschaffen.

 

 

Familie HALILI

ist auch eine neue Patenfamilie. In der Familie mit vier Söhnen regiert die Krankheit des Vaters und der Mutter. Der Vater ist Tischler und hat eine chronische Osteomylitis des linken Schenkels. Die Krankheit hat sich sehr verschlechtert und er kann nicht arbeiten. Er wird schon seit langem medikamentös behandelt. Die Therapie ist sehr teuer. Seine Frau leidet unter Depressionen; auch diese Medikamente kosten Geld.

Familienmitglieder:

Fran 51 Jahre – arbeitsunfähig

Flora 41 Jahre – depressiv

Kinder:

Jetnori 22 Jahre – er arbeitet seit zwei Jahren als Automechaniker bei einem privaten KFZ-Meister für ein minimales monatliches Einkommen.

Lini 19 Jahre – Er hat die Volksschule beendet und ist ein begabter Maler. Seit zwei Jahren besucht er eine Kunstmittelschule. Er ist der beste Schüler.

Noja 16 Jahre – Er hat schwere Epilepsie und musste deshalb die Volksschule unterbrechen.

Daniel 12 Jahre – 7. Klasse Volksschule

Diese Familie hat im Jahr 2009 1.080,00 Euro von der Kriegskindernothilfe erhalten. Davon wurden Lebensmittel, Medikamente für Vater, Mutter und Sohn Noja gekauft. Auch die Schule für Lini wurde davon bezahlt.

 

 

Familie PEPA

Diese neue Familie wurde mir erst vor kurzem von Schwester Teresa nach einem Hausbesuch ans Herz gelegt. Sie hat mir von ihren schweren Nöten erzählt. Der Vater ist Invalide und arbeitsunfähig. Die Mutter ist zuhause. Die vier Kinder gehen in die Schule. Ich werde diese Familie nach meiner Rückkehr aus Slovenien im Sommer besuchen und dann für Sie die fehlenden Angaben aufnehmen. Die Geldspende der Kriegskindernothilfe wird für Schulsachen und Brot gebraucht.

 

Schwester Dr. Miriam Praprotnik Durres, im Juni 2010



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